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Freitag, 2. Februar 2018

[Buchvorstellung] Das Mädchen aus Bernau - Charlotte Lyne


Titel: Das Mädchen aus Bernau
Autor: Charlotte Lyne
Seiten: 442
Erschienen am: 22.11.2013
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3404168798
Verlag: Bastei Lübbe

Klappentext:

Brandenburg, 1320. Die junge Magda Harzer macht sich mit ihren drei Brüdern auf ins Herz der frisch befestigten Doppelstadt Cölln-Berlin, wo sie sich unverhofft inmitten des Konflikts um die Kaiserkrone wiederfindet. Als schließlich sogar der Propst von Bernau ermordet wird, droht Papst Johannes XXII. den Kirchenbann über Berlin zu verhängen. Um das zu verhindern, soll ausgerechnet Magdas Bruder Diether als Sündenbock geopfert werden. Mit allem Mut kämpft Magda um das Leben ihres Bruders - und um die Zukunft ihrer Stadt. Zur Seite steht ihr nur einer: Thomas, ein junger Franziskanermönch, den seine Gefühle für Magda in einen Gewissenskonflikt stürzen. Nicht nur ihr, sondern auch sein Leben wird sich durch den Kampf um Berlin von Grund auf ändern.

Allgemeines:

"Das Mädchen aus Bernau" ist einer der vielen historischen Romane, die ich mir in einem Anfall von "Ich muss jetzt unbedingt ganz viele historische Romane lesen", gekauft habe und der dann doch nur auf meinem SuB gelandet ist. Ich hatte bereits vor einiger Zeit hineingelesen und wusste, dass mir das Buch höchstwahrscheinlich gefallen wird, allerdings war damals wohl einfach noch nicht die richtige Zeit dafür. Umso mehr habe ich es jetzt genossen dieses Buch zu lesen. Zwar bekommt man die Geschichte, die im Klappentext beschrieben wird erst auf den letzten hundert Seiten zu lesen, aber die restliche Erzählung ist nicht minder interessant. Die Geschichte beginnt in Bernau, wo wir Magda und ihre Familie, die eine angesehene Brauerei besitzt, durch so allerlei Höhen und Tiefen und schließlich auch nach Berlin begleiten, wo sie aufgrund eines Betruges von ganz vorn anfangen müssen.
Die Gefühle, die sich zwischen Magda und Thomas entwickeln sind mehr oder weniger plausibel, allerdings fand ich es wirklich gelungen, wie das Ende des Buches in Bezug auf die Liebesgeschichte gelöst wurde. Über das generelle Ende, bzw. das, was kurz vor dem Ende passiert, lässt sich, denke ich streiten. Nach meinem Geschmack war es etwas zu melodramatisch, aber das hat dem Gesamtinhalt keinen Abbruch getan.

Dass dieses Buch im tiefsten Mittelalter spielt, habe ich allerdings nur selten glauben können. Vielleicht habe ich auch einfach eine falsche Vorstellung davon, wie es im Mittelalter zuging, doch die Offenheit, Güte und der Respekt vor Frauen, die fast jeder Charakter in diesem Buch besitzt, scheinen mir doch etwas unrealistisch für diese Zeit.

Lediglich am Setting und an den Beschreibungen der Orte und Häuser konnte mich das Buch in den zeitlichen Rahmen des 14. Jahrhunderts versetzen.

Charaktere:

Zunächst hätten wir da unsere Protagonistin Magdalen Harzer, die allerdings von allen Magda genannt wird. Sie ist ein unglaublich starkes und selbstbewusstes Mädchen mit dem Herzen am rechten Fleck. Sie macht ihren Mund auf, wenn ihr etwas nicht passt und besitzt eine gehörige Portion Humor. Für ihre Familie würde sie alles tun und bemüht sich nach Kräften diese auch in schweren Zeiten zusammenzuhalten.
Da ihre Eltern schon früh gestorben sind, lebt sie gemeinsam mit ihren drei Brüdern Lentz, Utz und Diether und mit ihrer aller Großvater Seyfried Harzer in einem Brauereihaus in Bernau.
Die drei Jungs sind sehr unterschiedlich. Während Lentz ein Musterknabe ist, der nie aus der Haut fährt und immer gewissenhaft seine Aufgaben erledigt, ist Diether dagegen ein Tunichtgut, dessen liebstes Spiel es ist, Frauen zu verführen. Utz hingegen wünscht sich nichts sehnlicher als im aufstrebenden Cölln-Berlin ein angesehener Händler zu werden.
Eine ebenfalls wichtige Rolle spielt der Franziskanermönch Thomas Alvensleben, der eigentlich "nur" ein Postulant ist. Er ist der gut aussehende, verführerische Mann mit der dunklen Vergangenheit und dem großen Herzen, ohne den wohl kaum noch eine Geschichte auskommt.
Natürlich gibt es noch viele weitere Charaktere, deren Bekanntschaft ich jedoch denjenigen, die dieses Buch noch lesen möchten, nicht vorwegnehmen möchte.

Schreibstil:

Man darf hier natürlich kein literarisches Meisterwerk erwarten. Trotzdem war die Geschichte absolut flüssig zu lesen und in der wörtlichen Rede hat sich die Autorin auch einer "mittelalterlichen Sprechweise" bedient. Ansonsten habe ich unter diesem Punkt nichts zu beanstanden.

Fazit:

Ein wirklich schöner historischer Roman für zwischendurch mit toll ausgearbeiteten Figuren, einer schönen Liebesgeschichte und auch dem ein oder anderen spannenden Moment. Dass es im Mittelalter spielt, habe ich, außer an dem Setting, eher selten gemerkt, da die Protagonistin ein dermaßen selbstbewusstes, freches und - was absolut positiv gemeint ist - großmäuliges Mädchen ist, dass ich es für diese Zeit etwas unrealistisch halte. Trotzdem eine Leseempfehlung! 

Samstag, 27. Januar 2018

[Buchvorstellung] Tödliches Experiment - David Osborn


Titel: Tödliches Experiment / Köpfe

Originaltitel: Heads
Autor: David Osborn
Übersetzer: Manfred Jeitler
Seiten: 304
Verlag: Pentragon

Klappentext:
Ein Autounfall zerstört das bis dahin glückliche Leben von John und Susan. Der begnadete Hirnforscher John, der als Nobelpreiskandidat gehandelt wurde, erliegt im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Für Susan ist nichts mehr so, wie es einmal war. Ein neuer Job in einem Forschungslabor kommt ihr gerade recht. Sie stürzt sich in die Arbeit. Doch irgendetwas ist faul am Institut. Hinter verschlossenen Türen finden geheime Forschungen statt. Als Susan eines Tages eine grauenhafte Entdeckung macht, bringt sie sich in höchste Gefahr. Ein mörderischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt … 

Allgemeines:
Die Grundidee für dieses Buch ist wirklich genial, nur an der Umsetzung hapert es meiner Meinung nach leider ziemlich. Ich hätte es sehr viel spannender gefunden, wenn mehr auf dieses Experiment eingegangen worden wäre als auf die Beziehungsdramen zwischen den Charakteren. Dann hätte man dieses Buch nämlich durchaus auch im Bereich der Science Fiction ansiedeln können, obwohl ich befürchte, dass solche Experimente nicht mehr lange Fiktion bleiben. Auch hätte das Buch dann gerne noch ein paar 100 Seiten mehr haben können.
So allerdings erfährt man erst ab ca. der Hälfte des Buches Näheres zu diesem Experiment und bis dahin werden genug Hinweise gestreut, um sich den Rest des Buches zusammenzureimen.

Die Charaktere:
Zunächst haben wir da die Protagonistin Susan McCullough. Sie ist eine absolut stereotype Frau, auch wenn sie eine begabte Wissenschaftlerin ist. Sie lässt sich von den billigen Reizen eines gutaussehenden Arztes beeinflussen, sie steht das ein oder andere Mal ziemlich auf dem Schlauch und ich als Leser war ihr gedanklich meistens mindestens einen Schritt voraus. Ob das von dem Autor so gewollt war oder nicht, kann ich natürlich nicht sagen.
Susans Freund, John Flemming, der nicht nur privat sondern auch beruflich ihr Partner ist, stirbt, wie im Klappentext zu lesen ist, bereits zu Beginn des Buches bei einem Autounfall. Obwohl er bei weitem nicht die größte Rolle im Buch spielt, war er meiner Meinung nach am besten ausgearbeitet.
Katherine Blair und Michael Burgess bilden die Leitung des Borg-Harrison-Stiftung, bei der Susan nach Johns Tod einen Job angeboten bekommt. Katherine Blair wird als geniale, aber über alle Maßen intrigante Frau dargestellt, die ausschließlich auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist.
Michael Burgess ist schwer zu beschreiben. Er sieht unglaublich gut aus und ist intelligent. Viel mehr lässt sich allerdings auch nicht über ihn sagen.
Des weiteren gibt es noch zwei Mitarbeiter der Stiftung, welche immer mal wieder kleinere Auftritte haben und den Vorsitzenden Admiral Burnleigh, der selbst nie so richtig zu wissen scheint, was seine Angestellten eigentlich treiben.

Der Schreibstil:
Im Großen und Ganzen ließ sich das Buch wirklich flüssig lesen. Allerdings hat der Autor das ein oder andere Mal plötzlich wie wild mit medizinischen Fachbegriffen um sich geworfen, welche weder relevant für die Geschichte noch überhaupt aussprechbar waren. Diese wenigen stellen habe ich dann meist überflogen, weil es den Lesefluss doch sehr gestört hätte, hätte ich versucht diese ganzen Begriffe korrekt "auszusprechen".

Was mir ebenfalls etwas Probleme bereitete, waren die gedanklichen Übergänge von einer Person zur anderen. Oft war es so, dass ein Charakter etwas gedacht hat und der Übergang zu den Gedanken eines anderen Charakters so fließend war, dass ich erst nach mehreren Zeilen gemerkt habe, dass dies jetzt die Gedanken einer anderen Person sind. Das hat den Lesefluss zwar nicht behindert, jedoch das ein oder andere Mal für Verwirrung gesorgt.


Fazit:
Ein Buch mit leider ungenutzem wirklich großen Potenzial, das seinen Schwerpunkt meiner Meinung nach auf die falschen Aspekte gelegt hat und dadurch mehr vorhersehbar als spannend war.
Ich werde das Buch trotzdem erstmal nicht aussortieren, weil ich eben die Grundidee so grandios, erschreckend und gleichzeitig furchtbar realistisch fand.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

[Buchvorstellung] Die Elfen - Bernhard Hennen

Titel: Die Elfen
Autor: Bernhard Hennen
Seiten: 910
Verlag: Heyne


Worum geht es?

Zwei Elfen und ein Barbarenhäuptling ziehen gemeinsam in den Kampf gegen eine dunkle Bedrohung. Eine Bedrohung, die erst durch die unsterbliche Liebe zu einer Elfe Tod und Verderben über die Welt der Menschen brachte und das Schicksal aller Beteiligten für immer verändern wird.

Wer sind die Protagonisten?

Zum einen haben wir da Mandred Torgridson, den Menschensohn. Er ist der typische, klischeehafte Mann: grob, groß, muskolös, trinkt gerne, Frauenheld und so weiter und so fort.
Lernt man ihn jedoch näher kennen merkt man, dass unter diesen harten Schale ein unglaublich loyaler, warmherziger Kerl steckt der für seine Freunde sterben würde.

Dann gibt es Nuramon und Farodin, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Nuramon ist sensibel, seine Gefühle lassen sich wie in einem offenen Buch an seinem Gesicht ablesen und für ihn ist ein Mord der allerletzte Ausweg.


Farodin hingegen wirkt emotionslos, arbeitet als Meuchelmörder für die Elfenkönigin Emerelle und birgt einen Haufen dunkler Geheimnisse.

Nur eines verbindet die beiden Elfen - ihre Liebe zu Noroelle für die sie jede Grenze überschreiten und jedes noch so kühne Wagnis eingehen würden.

Wie ist der Schreibstil und die Erzählweise?

Der Schreibstil ist wunderbar leicht, ohne platt zu wirken. Teilweise werden Passagen in etwas altertümlicher Weise erzählt, die aber keinsterweise schwerer zu verstehen ist, sondern einfach toll zu der Geschichte passt. 
Erzählt wird aus Sicht eines außenstehenden Erzählers, der kapitelweise verschiedene Charaktere auf ihren Abenteuern begleitet.

Gibt es etwas besonderes an diesem Buch?

Ja, es gibt immer wieder Kapitel, die als Auszüge anderer Bücher geschrieben sind.
Die drei Gefährten machen hin und wieder Zeitsprünge und die Dinge, die in dieser Zeit in den verschiedenen Welten passieren, werden im Buch durch niedergeschriebene Sagen von unbeteiligten Charakteren erzählt.
Dieses kleine Detail fand ich klasse, da man dadurch Teile der Geschichte auch noch einmal aus anderer Sicht lesen kann.

Wie hat mir das Buch gefallen? 

Ich hab dieses Buch mit 14 Jahren schon einmal gelesen und war damals schon total begeistert. Vor einigen Monaten kaufte ich mir dann die komplette Reihe und habe jetzt den ersten Teil rereaded. Auch heute noch kann mich diese Welt voll und ganz in ihren Bann ziehen und verzaubern. Ich kann es jedem High-Fanatsy-Leser empfehlen - meiner Meinung nach schlägt diese Saga sogar "Der Herr der Ringe" um Welten.


Mittwoch, 17. August 2016

[Buchvorstellung] Die Lügen jener Nacht - Judith Merchant

FotogalerieTitel: Die Lügen jener Nacht
Autor: Judith Merchant
Seiten: 444
Verlag: Droemer Knaur









Klappentext:

"WIR ALLE WERDEN DIE WAHRHEIT SAGEN!",

rief Gritt, umklammerte meine Hand und ließ sie nicht mehr los, und ich sah mich um, sah diese glänzenden, erregten Gesichter der Frauen, die ich zehn Jahre nicht gesehen hatte, und wusste, wir würden wirklich alle die Wahrheit sagen, jede Einzelne von uns.
Plötzlich hatte ich Angst davor.

Als sie zur Hochzeit ihrer Studienfreundin geladen wird, ist Mimi zunächst skeptisch – hat sie doch den Kontakt lange sträflich vernachlässigt. Doch unerwartet herzlich wird sie im alten Bonner Freundinnenkreis aufgenommen, und spätestens nach der Junggesellinnenparty im nächtlichen Römerbad ist es, als sei sie nie fortgewesen. Am Hochzeitsmorgen aber bringt ein entsetzlicher Todesfall alles ins Wanken. Misstrauen kriecht in die eingeschworene Gruppe, und langsam beschleicht Mimi ein furchtbarer Verdacht: Hat man sie nur zur Hochzeit eingeladen, um ihr einen Mord in die Schuhe zu schieben?



Meine Meinung:


Mimi, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, ist eine wirklich sympathische Protagonistin, die zu Beginn des Buches von ihrem langjährigen Freund wegen einer anderen verlassen wird und nun allein und ohne Freunde in Schottland sitzt, wohin sie Douglas vor zehn Jahren gefolgt ist. Da kommt ihr die Hochzeitseinladung einer alten Studienfreundin gerade recht und sie entschließt sich zurück nach Bonn zu gehen. Soweit so gut.
Doch kaum ist sie in Bonn angekommen fällt ihr auf, dass sie fast keine Erinnerungen an ihre alten Freunde und die Zeit in Bonn hat.

Und hier fängt auch die Spannung an, welche bis zum Ende durch viele überraschende Wendungen aufrechterhalten wurde. Es tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf und Mimi zweifelt zunehmend an ihren lückenhaften Erinnerungen. Immer mehr keimt in ihr der Verdacht, dass ihre ehemaligen Freundinnen ein falsches Spiel mit ihr treiben.

Das Hauptthema des Buches ist, wie sehr die eigenen Erinnerungen von denen anderer beeinflusst werden, was mit einem passiert, wenn man sich nicht mehr erinnern kann und wem man vertrauen darf, wenn auf einen selbst kein Verlass mehr ist.

Der Schreibstil ist sehr passend - kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Trotz dieses bedrückenden Themas hat Mimi eine humorvolle Ader, die immer wieder durchkommt und die Geschichte etwas auflockert. Auf detaillierte Beschreibungen wurde hier gänzlich verzichtet, der Roman besteht hauptsächlich aus Dialogen und inneren Monologen.

Ein bisschen schade fand ich allerdings, dass mit den stilistischen Mitteln sehr wenig variiert wurde. So gab es ungefähr alle 2-5 Seiten folgende Sätze: "Aber [Person XY] kann ich wirklich vertrauen. Oder?", "..., aber das ahnte ich da noch nicht."
Das ging mir irgendwann etwas auf die Nerven, auch wenn es sicher nur die Neugier anregen sollte.

Auch das Ende konnte mich nicht wirklich von sich überzeugen, da es wirklich sehr abrupt kam.
Wenige Seiten vor Ende des Buches dachte ich mir "wie soll das denn jetzt noch vernünftig aufgeklärt werden?", da ich das Gefühl hatte, noch mitten in der Geschichte zu stecken. Und dann sind plötzlich ganz viele unlogische Dinge auf einmal passiert und das war's dann. Ziemlich schade, denn sonst hätte ich das Buch eindeutig besser bewertet.


Fazit:


Ein guter, spannender Roman, den ich allerdings fast schon als Psychothriller bezeichnen würde. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.


Sonntag, 8. März 2015

[Buchvorstellung] Ohne mich kannst du nicht leben! - Heike Schwandt


Titel: Ohne mich kannst du nicht leben!


Autor: Heike Schwandt

Seiten: 266

Verlag: Loewe




Klappentext:

Luisa, mein Engel.
Du fehlst mir.
Wie oft träume ich davon, deine goldenen Locken
zu berühren, deinen zarten Nacken zu liebkosen.
Auf Händen will ich dich tragen.
Nicht mehr lange und wir werden zusammen sein.
Wir gehören zusammen.
Du und ich.
Für immer.

Und bald wirst auch du das verstehen ...

Inhalt:

  • Ohne mich ist dein Leben sinnlos! Du gehörst mir ...Anfangs fand Luisa die anonymen Liebesbriefe süß. Doch inzwischen ist klar, dass der Absender psychisch gestört und gefährlich ist. Mit jeder neuen Nachricht wächst das Gefühl der Bedrohung. Auf Schritt und Tritt fühlt sich Luisa verfolgt.
    Zudem wird in der Nähe eine junge Frau gefunden, vergewaltigt und brutal ermordet – und sie sieht Luisa zum Verwechseln ähnlich. Die Polizei geht von einem Serientäter aus, und Luisa scheint die Nächste auf der Liste des Killers zu sein.
    Noch ahnt sie nicht, wie nah ihr der Mörder wirklich ist.

Meine Meinung:

Bevor ihr anfangt zu lesen, solltet ihr wissen, dass ich dieses Buch wirklich komplett auseinander nehme. Es besteht also Riesen-Spoiler-Gefahr!

Wer jetzt denkt: "Mh, das klingt ja echt spannend!", der irrt sich genauso, wie ich es getan habe. Denn, oh mein Gott, was für ein Schrott! Netter kann ich es wirklich nicht formulieren. Anfangs habe ich mir ja noch versucht, einzureden, dass ich einfach nur zu alt für einen Jugendthriller bin. Aber ab ca. der Hälfte war ich mir dann sicher, dass es nicht an mir, sondern eindeutig an dem Buch liegt.

Luisas Vater ist leitender Hauptkomissar in diesem Mordfall und somit hat er natürlich unglaublich große Angst um seine Tochter. Direkt nach dem Fund der Leiche ruft er sie an, um ihr von dem Mord zu erzählen und sie zu bitten, zu Hause zu bleiben oder wenigstens mit dem Bus zu fahren. Luisa merkt zwar, dass es ihrem Vater wirklich ernst damit ist, aber wer fährt denn schon mit dem Bus, wenn am Fahrradweg, der in die Stadt führt, ein Mädchen ermordet wurde?! Luisa jedenfalls NICHT!
Sie trifft sich also mit ihrer Freundin Nele, von der sie dann erfährt, dass Marvin (ein Junge, der Luisa seit Monaten anbaggert) in den Ferien in das gleiche Sprach-Camp fährt wie Luisa. Das passt ihr natürlich überhaupt nicht, aber was soll sie machen ...
Im Camp angekommen, geht ihr Marvin auch gleich auf die Nerven. Doch zum Glück ist auch der superheiße Mädchenschwarm Philippe dabei, der natürlich nur Augen für unser Naivchen Luisa hat und sie vor Marvin und auch allen anderen Jungs, die sie auch nur angucken, "beschützt".

Szene
Ein Teil der Gruppe, darunter Luisa und ihre Freunde und auch Marvin mit seinen Kumpels, gehen zu einem See zum Schwimmen. Im Wasser drängt sich Marvin an Luisa und begrabscht sie an ihren Brüsten. Luisa zappelt ein bisschen und SAGT ihm, er soll es lassen. Philippe eilt ihr zu Hilfe und zieht Marvin die Badehose runter.

Mal abgesehen davon, dass ich an Luisas Stelle wie am Spieß geschrien und mit Schimpfwörtern so wie mit meinen Armen um mich geschmissen hätte, sind ihre Gedanken danach wirklich sehr vernünftig: "Der Typ belästigt mich schon seit Monaten und jetzt hat er mir sogar an die Brüste gefasst. Aber das reicht mir noch nicht. Er muss mich wenigstens einmal vergewaltigen, damit ich es jemandem sage. Aber so schlimm ist das ja nun auch wieder nicht. Was ich hier wegen der Sache schon wieder für ein Theater mache ... "


Szene
Am letzten Abend ziehen sich Luisa und Philippe etwas von der Gruppe zurück und finden einen kleinen abgelegenen See. Ein alter kaputter Kran ragt über das Wasser und sie klettern darauf um ihn als Sprungturm zu benutzen. Doch erst küssen sie sich noch eine Weile. Sie merken nicht, dass ihnen jemand gefolgt ist. Plötzlich wird Philippe von etwas Hartem am Kopf getroffen und kippt kopfüber in den See. Luisa springt hinterher und versucht ihn aus dem Wasser zu ziehen. Auf einmal steht Paul (ein Mitschüler von Luisa, der ein paar Minuten vorher von Philippe angemotzt wurde) am Ufer und hilft den beiden. Er meinte, er sei zufällig dort vorbei gekommen, weil er sich mal ein bisschen umsehen wollte.

Wer sich jetzt denkt: "Hundertpro hat Paul einen Stein nach Philippe geworfen und wollte dann wie ein Held dastehen", der denkt vollkommen richtig. Wer sich dann noch denkt: "Obwohl, das wäre viel zu einfach. Da wüsste man ja von Anfang an, wer der Bösewicht ist", der hätte vermutlich ein besseres Buch als Heike Schwandt geschrieben.


Nachdem Luisa wieder zu Hause ist, vermisst sie Philippe furchtbar doll und schwärmt Nele die ganze Zeit etwas vor. Nele findet das alles gar nicht so toll und so kommt es alle paar Seiten zu einem Zickenkrieg. Ich meine, irgendwas muss ja passieren in einem sogenannten "Thriller".

Eines Tages kommt ein neuer Hausmeister an die Schule, der Luisa seltsam bekannt vorkommt, doch sie kann sich einfach nicht erinnern, woher sie ihn kennt. Von Paul erfährt sie dann, dass es der Busfahrer (Michael) aus dem Sprach-Camp ist, der ihr schon dort unangenehm nahe gekommen ist. Natürlich wäre es viel zu aufwendig, sich darüber Gedanken zu machen, warum ein Busfahrer, nachdem er Luisa kennengelernt hat ausgerechnet an ihrer Schule als Hausmeister anfängt. Luisa sieht das anscheinend ähnlich und so unterhält sie sich gelegentlich noch nett mit Michael, auch wenn sie sich dabei nicht so ganz wohl fühlt.

Hin und wieder erhält Luisa Briefe, die ein Engelsbild mit einem kurzen Text darunter (wie auf dem Klappentext) und ein Foto von ihr selbst enthalten, von denen sie nie mitbekommen hat, dass sie aufgenommen wurden. Das erscheint ihr natürlich recht seltsam, aber da Marvin sie mit seinen Anmachversuchen auf Trab hält, macht sie sich um den zweiten Psychopathen erstmal keine großen Gedanken. Als sie irgendwann dann doch ihrem Vater die Briefe zeigt, ist dieser der Meinung, dass es sich nur um einen heimlichen Verehrer handeln kann und das doch eigentlich ganz süß ist. Nur so zur Erinnerung (womit wohl die ganze Familie ein Problem zu haben scheint): Ihr Vater ist Polizist und hat vor kurzem die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, das seiner Tochter zum Verwechseln ähnlich sieht UND die Polizei geht mittlerweile von einem Serientäter aus!
So sehen doch perfekte Eltern aus. Mein Kind bekommt verstörende Nachrichten und es werden heimlich Fotos von ihm gemacht - richtig gute Eltern reden ihrem Kind in einer solchen Situation ein, dass es sich keine Gedanken machen soll und das alles harmlos ist.

Dann meldet sich auch noch eine "Carina" über Facebook bei ihr, die angeblich mit im Sprach-Camp war. Da meldet sich das altbekannte Problem der Vergesslichkeit. Luisa kann sich einfach nicht an die Namen der paar Leute erinnern, mit denen sie drei Wochen lang jeden Tag verbracht hat. Aber wie sagt man so schön: Einbildung ist auch Bildung, und so sucht sie sich einfach irgendein Gesicht zu dem Namen aus und ist sich plötzlich auch ganz sicher, dass dieses Mädchen Carina hieß. Dieser erzählt sie dann alles, was in ihrem Leben passiert. Für den Leser ist von vornherein klar, dass hinter "Carina" KEIN Mädchen aus dem Sprach-Camp steckt und hätte Luisa auch nur für eine Sekunde ihr Gehirn angeschaltet, wäre ihr das auch klar geworden. Leider kann ich das noch nicht als Dummheit bezeichnen, da ich sonst nicht weiß, wie ich ihre Handlungen im späteren Verlauf der Geschichte nennen soll.

Auf einer Kostümparty lernt Luisa dann Nele's Cousin aus Leipzig kennen (Leon heißt der Gute) und dreimal dürft ihr raten, wie er aussieht ...
BINGO! Rehbraune Augen, braune Wuschel-Haare, das süßeste Lächeln der ganzen Welt und überhaupt ist er der superste Junge überhaupt.
Und in wen sonst soll sich ein solcher Junge verlieben, wenn nicht in Luisa, die natürlich auch ganz hin und weg ist.

Nach einem Schulprojekt passiert dann etwas wirklich Unerwartetes: Marvin drängt Luisa in eine Abstellkammer und will sich an ihr vergehen. Doch - oh, welch Wunder! - Michael UND SOGAR PAUL sind sofort da, um ihr aus der Patsche zu helfen. Was kann sich Luisa doch glücklich schätzen, zwei so tolle Typen zu haben, die sie auf Schritt und Tritt verfolgen immer für sie da sind.

Das alles erzählt sie natürlich "Carina", was das Fass entgültig zum überlaufen bringt und *hust* Paul *hust* ...äh "Carina" schmiedet einen Plan, um Marvin endgültig zu stoppen.
Kurze Zeit später gibt es einen Technikunfall bei den Proben der Schulband, bei dem Marvin, Opfer eines teuflischen Plans wird  unglücklicherweise stirbt. Alle sind zutiefst verstört und betroffen und auch Luisa braucht erst einmal frische Luft. Und wie jeder weiß, gibt es frische Luft nicht an hell erleuchteten Straßen, sondern nur in dunklen, unheimlichen Parkanlagen. Natürlich weiß auch Luisa bestens über die Luftverhältnisse Bescheid.
Während sie also die ganze Frischluft im Park einatmet, kommt ihr Michael entgegen. Er bedrängt sie und lächelt wirklich furchteinflößend. Zumindest kommt es Luisa in dem Moment so vor. Fünf Minuten später ist sie selbstverständlich wieder zur Vernunft gekommen und merkt, dass sie sich das bestimmt nur eingebildet hat.

So geht das noch eine Weile weiter ... letztendlich hat Leon einen Autounfall und liegt im Krankenhaus. Luisa fängt langsam, aber wirklich ganz ganz langsam, an, darüber nachzudenken, ob da nicht doch etwas faul sein könnte an der ganzen Sache. Nachdem der Leser und auch Luisa mit Zaunpfählen verprügelt wurden Nachdem Luisa ein paar dezente Hinweise entdeckt hat, kommt sie zu dem Schluss, dass Michael etwas mit der Mädchenleiche zu tun haben muss. Selbst dem Leser ist klar, dass es mehr als dämlich wäre, ihrem Vater von dieser Vermutung zu berichten. Deshalb war ich sehr erfreut zu lesen, dass Luisa sich selbst auf den Weg zu Michael macht, um Beweise gegen ihn zu sammeln. Zu dumm nur (und wirklich unvorhersehbar), dass Michael sie dabei erwischt.

Szene
Michael zerrt sie in eine Garage und will sie vergewaltigen. Plötzlich sackt er zusammen und Luisa sieht, dass Paul mit einer Eisenstange in der Hand vor ihr steht. Er hilft ihr nach draußen und setzt sie in sein Auto. Eigentlich möchte Luisa nach Hause, sieht dann aber ein, dass Paul recht hat, als er sagt "Du musst dich erstmal sauber machen. So kannst du unmöglich deinem Vater gegenüber treten". Also fahren sie zu einer Hütte mitten im Nirgendwo. Nach kurzem Überlegen (und das ist ja nun wirklich eine Rarität bei Luisa) steigt sie aus und geht mit Paul hinein. Als sie sich in einem Spiegel sieht, muss sie zugegeben, dass sie schrecklich aussieht. Veranlasst durch ihre Empathie für ihre Mitmenschen, fasst sie den einzig richtigen Gedanken in diesem Moment: "Ich sollte mich wirklich erstmal schminken, bevor ich wieder unter Menschen gehe".

Was soll man da noch sagen? Eine so liebreizende und pfiffige Protagonistin hat man selten.


Paul versucht ihr dann klarzumachen, dass sie zusammen gehören und am besten gemeinsam durchbrennen und sich irgendwo verstecken sollten, denn schließlich hat er ja Marvin auf dem Gewissen (Oh, was für eine Offenbarung. Ein wahrer Schock für Luisa den Leser).
Luisa ist noch nicht so ganz überzeugt von seinem Plan und bringt dies durch lautes Kreischen zum Ausdruck. (Gab es da nicht eine Szene, in der dieses Verhalten weitaus besser angebracht gewesen wäre? ... Ich kann mich nicht genau erinnern ...)
Paul rastet daraufhin komplett aus, sperrt Luisa in eine Kammer und verriegelt sämtliche Türen und Fenster.
Doch er hat nicht mit Super-Nele gerechnet, die Luisa kurz erreichen konnte, bevor Paul ihr das Handy wegnahm. Mit Hilfe des Hinweises von Luisa macht sie sich auf den Weg zu Pauls Elternhaus und findet in Pauls Zimmer auch direkt einen "Luisa-Schrein". Dank der detektivischen Fähigkeiten von dessen Mutter, findet sie heraus, dass sich Paul womöglich im Sommerhaus der Familie versteckt.
Sie sagt noch schnell Luisas Vater Bescheid und beeilt sich dann, um noch möglichst vor der Polizei bei dem Haus anzukommen.
Währendessen schafft es Luisa sich -Zitat: "Mit der Geschicklichtkeit eines Eichhörnchens" aus der Kammer zu befreien, läuft dabei jedoch Paul direkt wieder in die Arme.

Um das Ende kurz zu machen: Nele kommt am Haus an, Papa kommt am Haus an, Rest von Polizei kommt am Haus an. Paul steht mit Luisa im Arm drinnnen und will mit Benzin alles in die Luft jagen. Im letzten Moment stößt er Luisa aus unerfindlichen Gründen von sich und jagt nur sich selbst in die Luft. Ein bisschen KABUMM! und am Ende sind alle glücklich.

Quintessenz des Ganzen:

  • Luisa zieht die Aufmerksamkeit von absolut jedem gutaussehenden Jungen auf sich
  • außerdem fahren gleich drei Psychos auf einmal auf sie ab 
  • ihr Vater ist ein ziemlich mieser Polizist
  • die einzigen beiden Kerle, die man von Anfang an verdächtigt, sind dann letztendlich auch die Bösen
  • und über Luisas nicht vorhandenes Gehirn brauche ich ja jetzt wohl nichts mehr sagen ...


Fazit:

Das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Ich weiß nicht, wie man als Autorin ein solches Buch veröffentlichen und dann auch noch als Jugendthriller betiteln kann. Ich mache mir wirklich Sorgen, dass junge Mädchen, die das lesen, denken, dass das so passieren könnte. Dass man sich immer schön einreden sollte, dass alles in Ordnung ist und man sich das alles nur einbildet und dann schon alles wieder gut wird.

Absolut nicht zu empfehlen!!!

Samstag, 7. März 2015

[Buchvorstellung] Amy on the Summerroad - Morgan Matson


Titel: Amy on the Summer road

Autor: Morgan Matson
Übersetzer: Franka Reinhart
Originaltitel: Amy & Roger's Epic Detour
Seiten: 473
Verlag: cbj






Inhalt:

Seit dem Tod ihres Vaters hat sich Amy völlig zurückgezogen. Als ob nicht schon alles schlimm genug wäre, beschließt ihre Mutter von Kalifornien an die Ostküste zu ziehen, und Amy soll mitkommen ... im Auto mit einem wildfremden Jungen! Amy ist verzweifelt. Doch dann steht Roger vor ihr - total süß und irgendwie sympathisch. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und sind sich einig: Amys Mom hat sich für den Trip die langweiligste aller Strecken ausgesucht! Kurzerhand begeben sie sich auf eine eigene, wilde Reise kreuz und quer durch Amerika ...

Meine Meinung:

Das Buch hat eine wirklich tolle und kreative Gestaltung. Es ist in mehrere Teile aufgespalten, die immer einen größeren Abschnitt der Fahrt zusammenfassen. Innerhalb dieser Teile gibt es Kapitel, die allerdings nicht mit Zahlen gekennzeichnet sind, sondern mit Zitaten von Bands oder dem Motto eines Bundesstaates.

Amy bekommt zum Beginn der Reise von ihrer Mutter ein Reisetagebuch geschenkt und auch wenn sie sich anfangs dagegen sträubt, es zu benutzen, klebt und schreibt sie dann doch hin und wieder etwas hinein. Das bekommt der Leser natürlich auch zu sehen, wodurch man fast das Gefühl hat, neben Amy im Auto zu sitzen und selbst diesen Roadtrip zu machen. Dieses Gefühl wurde durch die abgedruckten Playlists, die Roger und Amy während der Fahrt hören, noch verstärkt, denn ich habe mir die Lieder beim Lesen angehört.

Natürlich ist schon nach dem Klappentext klar, wie die Geschichte ausgehen wird, aber das ist ja bei fast allen Büchern dieses Genres der Fall. Jedoch war die Liebesgeschichte in diesem Buch so dezent gehalten, dass es mich (bekennender "Liebesroman-Muffel") keineswegs gestört hat. Außerdem steckt hinter dieser Geschichte soviel mehr, als ich am Anfang erwartet hatte: man erfährt im Laufe des Buches, weshalb Amys Vater gestorben ist und welche Folgen das für sie und ihre Familie hat. Zudem begleitet man Amy auf dem Weg der Traumabewältigung, die sie mit der Hilfe von Roger in Angriff nimmt.

Amy ist ein wirklich sympathisches Mädchen. Zu Beginn der Geschichte ist sie zwar ziemlich unbeholfen was den Umgang mit ihren Mitmenschen angeht und wirkt dadurch oft abweisend, jedoch legt sich das, je länger sie mit Roger zusammen im Auto sitzt. Sie wird immer offener und man merkt, was für ein tolles Mädchen sie eigentlich ist.

Auch Roger ist ein echt netter Typ, obwohl ich den Namen einfach nur schrecklich finde und das ganze Buch über probiert habe, ihn irgendwie so auszusprechen, dass er nicht mehr ganz so blöd klingt (ich entschuldige mich hiermit bei allen, die Roger heißen). Er ist, genauso wie Amy, lustig und schlagfertig und somit passen die beiden wirklich gut zusammen.

Fazit:

Auch wenn man, wie ich, normalerweise kein Fan von Liebesromanen ist, sollte man sich "Amy on the Summer road" unbedingt einmal anschauen. Neben einer wirklich süßen Liebesgeschichte findet man dort auch Themen wie Freundschaft, Trauer und wie man diese bewältigen kann. Außerdem hat es Morgan Matson geschafft, beim Leser die Lust zu wecken, selbst einen Roadtrip zu machen.




Samstag, 21. Februar 2015

[Buchvorstellung] Das Schlangenschwert - Sergej Lukianenko

Titel: Das Schlangenschwert
Autor: Sergej Lukianenko
Übersetzer: Ines Worms
Originaltitel: Танцы на снегу
Seiten: 640
Verlag: Gulliver








Klappentext:


Es ist mächtig.
Es ist halb Ding, halb 
Tier. Es ist für immer eins 
mit dir - Das Schlangenschwert.
Es ist die einzige Waffe von Tikki,
Als die Sternenritter ihn im Kapf 
der Planeten als Spion einsetzen.

Inhalt:

Nachdem Tikkirejs Eltern von ihrem Sterberecht gebrauch gemacht haben zweifelt er an allem, was er bisher für normal gehalten hatte. Er möchte nicht sein Leben lang auf seinem Heimatplaneten Karijer bleiben und deshalb heuert er auf einem Raumschiff an um dort als Modul zu arbeiten. Das sagt er zumindest allen. Sein tatsächlicher Plan sieht allerdings folgendermaßen aus: Tikkirej möchte auf dem erst besten Planeten kündigen und ein neues Leben anfangen. Alles läuft wie geplant und er landet schließlich auf dem Planeten Neu-Kuweit. Dort trifft er auf den Sternenritter Stasj und gerät damit in ein Machtspiel um das Universum.


Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt an dem letzten Abend, den Tikkirej mit seinen Eltern verbringen wird. Man wird praktisch in das Geschehen hineingeworfen und erfährt erst nach und nach, was es mit der ganzen Situation auf sich hat. Was mir gleich zu Beginn wie auch im weiteren Verlauf der Geschichte jedoch negativ aufgefallen ist: Tikkirej redet von seinen Eltern im einzelnen zwar von "Mama" und "Papa", im Ganzen sagt er aber immer nur "die Eltern", als ob es mit ihm gar nichts zu tun hätte. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das vielleicht nicht einfach nur an der Übersetzung liegt. Genauso wie die vielen grammatikalischen Fehler, die mir auf Dauer doch ziemlich auf die Nerven gingen. An sich ist der Schreibstil jedoch angenehm und einfach zu lesen.

Tikkirej ist zwar ein recht sympathischer Protagonist, dennoch hat er es nicht geschafft, mich wirklich mitzureißen. Er ist mutig, hilfsbereit und loyal gegenüber seinen Freunden. Eigentlich ein richtiger "Muster-Protagonist". Trotzdem war er mir einfach zu oberflächlich gestaltet.

Der Phag (Sternenritter) Stasj ist Tikkirej gegenüber extrem hilfsbereit und ist auch sonst ziemlich sympathisch. Unser Protagonist vergöttert ihn regelrecht als Helden.
Allerdings hat Stasj KEIN heldenhaftes Auto, was ungefähr auf jeder 10, Seite erwähnt wird.

Ein weiterer Punkt, der mich wirklich genervt hat, war, dass die Charaktere oft plötzlich mehr wussten als der Leser. Das kann ja einen tollen Effekt haben, nämlich dass der Leser rätseln muss. Das funktioniert aber nur, wenn irgendwann eine Erklärung folgt und das war hier nicht der Fall. Ich hatte also ständig das Gefühl, was überlesen zu haben und habe nochmal ein paar Seiten zurückgeblättert. Das hat den Lesefluss doch ziemlich zerstört.

Was ich ebenfall etwas merkwürdig fand: Es spielt zwar in einer Zukunft, in der wir Menschen auf jeden beliebigen Planeten reisen können, aber es werden trotzdem noch Mittelalterliche Hinrichtungsmethoden verwendet. Das ergab für mich überhaupt keinen Sinn.

Am meisten gestört haben mich aber die vielen unnötigen Szenen, bei denen ich mich des öfteren gefragt habe "Was soll das denn jetzt bitte?"

Ein Beispiel (Achtung! Spoiler-Gefahr)

Tikkirej hat den Auftrag erhalten jemanden zu töten. Er schleicht sich mit zwei Freunden, die ihm dabei helfen sollen, in das Haus des "Feindes" und versteckt sich dort im Schlafzimmer. Irgendwann wird ihm langweilig und er fängt an, in den Kleiderschränken zu wühlen. Dann findet er ein Schmuckkästchen. Er schaut sich den Schmuck genau an und findet es unglaublich lustig, dass man seine Fingerabdrücke so genau darauf erkennen kann. (Wenn jeder Verbrecher so dämlich wäre, hätte die Polizei nicht mehr viel zu tun)


Im Großen und Ganzen finde ich die Idee, die dahinter steckt, wirklich gut. Allerdings ist die Umsetzung, meiner Meinung nach, überhaupt nicht gelungen.

Da ich schon ein anderes Buch von Sergej Lukianenko gelesen habe, was mir ebenfalls nicht gefallen hat, werde ich nun wahrscheinlich die Finger von ihm lassen.

Fazit:

Ein relativ spannender Sience-Fiction-Roman, dessen Grundidee gut ist, an deren Umsetzung es aber einiges auszusetzen gibt. Ich kann Das Schlangenschwert leider nicht empfehlen.




Samstag, 17. Januar 2015

[Buchvorstellung] Sakrileg - Dan Brown

Titel: Sakrileg - Der Da Vinci Code
Autor: Dan Brown
Übersetzer: Piet van Poll
Originaltitel: Sakrileg - The Da Vinci Code
Seiten: 605
Verlag: Bastei Lübbe








Inhalt:

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Museumsdirektor des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke von Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Museumsdirektors. Von ihr erfährt er auch, dass der Direktor der Sions-Bruderschaft angehörte - einer Bruderschaft, die seit Jahrhunderten ein dunkles Geheimnis wahrt ...


Meine Meinung:

Dies ist zwar eigentlich der zweite Teil einer Reihe, allerdings lässt außer einigen wenigen Erinnerungen Robert Langdons nichts darauf schließen, dass das Buch kein Einzelband ist.

Trotzdem habe ich vor ca. einem halben Jahr Illuminati gelesen und es hatte mir wirklich gut gefallen. Doch Sakrileg konnte mich noch viel mehr überzeugen.

Anfangs hat es mich zwar etwas gestört, dass sehr viele Pariser Orte genannt wurden und einige Sätze in französisch geschrieben wurden, jedoch habe ich mich nach kurzer Zeit daran gewöhnt und es hat den Lesefluss nicht mehr behindert.

Gleich zu Anfang trifft Robert Langdon auf Sophie Neveu und man weiß natürlich sofort, dass sich zwischen den beiden etwas entwickeln wird. Doch Dan Brown hat es wieder einmal geschafft, die Liebesgeschichte zwar in den Köpfen der Leser, nicht jedoch auf den Seiten des Buches existieren zu lassen. Außer, dass alle 100 Seiten einmal erwähnt wird, dass Robert Sophie recht anziehend findet, passiert das ganze Buch über nichts zwischen den beiden. Mir gefiel das wirklich gut, denn ich glaube, ein zu vordergründig dargestelltes Liebesverhältnis hätte den Verlauf der Suche nach dem heiligen Gral gestört.
Diese Suche gestaltet sich als sehr spannend und nervenaufreibend. Es gibt so viele unerwartete Wendungen, dass man sich irgendwann bei keinem mehr sicher sein kann, ob er Freund oder Feind ist.

Auch den Perspektivenwechsel, sowohl von Kapitel zu Kapitel als auch innerhalb eines Kapitels, habe ich als sehr positiv empfunden.

Wie auch schon in "Illuminati" sind bestimmte Symbole oder Inschriften abgedruckt, was dem Leser ermöglicht, noch mehr in die Geschichte einzutauchen, die Hintergründe besser zu verstehen und vor allem mitzurätseln. Ich bin allerdings kein einziges Mal schneller als die Charaktere auf die Lösung des Rätsels gekommen (dafür fehlen mir einfach die Hintergrundkenntnisse). Aber genau deswegen gab es keine Situation, in der ich mich über die Figuren aufgeregt habe, weil sie das Offensichtliche übersehen. Meistens hat Robert Langdon ganz plötzlich einen Geistesblitz und die Handlung läuft weiter, während die Erklärung der gefundenen Lösung erst ein paar Seiten später folgt. Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Kunstgriff.

Anders als in vielen anderen Büchern gibt es in diesem Buch absolut keine Logikfehler. Zumindest sind mir keine aufgefallen. Und selbst wenn man in manchen Momenten etwas unlogisch findet, kann man sich sicher sein, dass auch dafür noch eine Erklärung folgen wird.

Das einzige, was ich an dem Buch zu bemängeln habe ist das Ende. Nicht einmal das Ende an sich, sondern eher, dass es auf die letzten 30 Seiten gequetscht wurde, wodurch es etwas unglaubwürdig erschien.

Fazit:

Wem "Illuminati" gefallen hat, der wird "Sakrileg" lieben. Und auch Neueinsteiger, die sich ein wenig für Verschwörungstheorien begeistern können, sollten sich dieses Buch einmal anschauen.




Montag, 5. Januar 2015

[Buchvorstellung] Der Thron der Sieben Königreiche (Das Lied von Eis und Feuer #3) - George R. R. Martin

Titel: Der Thron der Sieben Königreiche
Autor: George R. R. Martin
Übersetzer: Andreas Helweg
Originaltitel: A Chlash of Kings
Seiten: 538
Verlag: blanvalet








Inhalt:

Zehn Jahre dauerte der Sommer in Westeros, und genauso lange währte die Zeit des Friedens in den Sieben Königreichen. Doch nun hält der grimmige Winter Einzug, und in seinem Gefolge brechen schlimme Zeiten an. Robert Baratheon, der König, und Lord Eddard Stark sind tot. Sie wurden Opfer einer Intrige, deren Ausmaß noch gar nicht abzuschätzen ist. Für Eddards Sohn Robb bedeutet dies, dass er im Alter von gerade einmal fünfzehn Jahren die Herrschaft über Winterfell - und damit über den ganzen Norden von Westeros - antreten muss. Und noch während er um die Anerkennung und den Respekt seiner Untertanen ringt, bricht im Reich ein Bürgerkrieg aus. Joffrey hat den Thron bestiegen, auf dem vor ihm Robert Baratheon gesessen hatte. Doch auch Stannis und Renly Baratheon machen ihre Ansprüche geltend - und nicht nur sie. Überall in den Sieben Königreichen werden Pläne geschmiedet, denn die Anwärter auf den Eisenthron sind zahlreich - und keiner von ihnen schreckt vor Krieg und Aufruhr zurück, um seine Pläne in die Tat umzusetzen. Robb Stark hat keine andere Wahl, als sich in dem Konflikt zunächst auf Joffreys Seite zu schlagen, denn der junge König hält seine Schwestern als Geiseln. Und während die mächtigen Häuser um die Macht in dem zerissenen Land streiten und ein verhängnisvolles Omen am Himmel erscheint, wächst hoch im Norden, jenseits der Mauer, eine noch viel größere Gefahr heran.



Meine Meinung:

Genauso wie die ersten beiden Teile, hat mir auch der dritte wirklich gut gefallen. Da ich allerdings die Serie zu den Büchern bereits bis zur Hälfte der 4. Staffel gesehen habe, hat sich die Spannung für mich in Grenzen gehalten. Dennoch gab es einige Stellen, die nicht in die Verfilmung übernommen wurden, und so konnte mich das Buch trotzdem überraschen.


Man reist zu unglaublich vielen neuen Orten, lernt neue Menschen und Kulturen kennen. Auch liest man jetzt logischerweise nicht mehr aus der Sicht von Eddard Stark, dafür aber aus der von Ser Davos und Theon Graufreud. Dadurch erfährt man aus allen Ecken der Sieben Königreiche, was dort gerade geschieht und bekommt einen noch besseren Überblick über das Netz der Intrigen, das allerorts gesponnen wird.

Was mich jedoch gestört hat, waren die "Spitznamen" für Joffrey ("Joff") und Daenerys ("Dany"). Von der Serie bin ich es gewöhnt, dass sie immer mit ihren vollen Namen angesprochen werden und meiner Meinung nach sind es auch die beiden Charaktere, zu denen ein Spitzname am wenigsten passt. Außerdem fand ich es teilweise dann doch etwas langweilig, wenn über eine halbe Seite lang Speisen aufgezählt wurden, auch wenn dies wahrscheinlich nur die Vorstellungskraft unterstützen soll.

Tyrion bleibt auch weiterhin einer meiner Lieblingscharaktere, da er als einziger Verstand UND Gefühle hat.
Auch Arya und Daenerys wachsen mir immer mehr ans Herz. Sie sind beide einfach unglaublich starke Mädchen und haben ihr Herz am rechten Fleck. Auf ihre Kapitel habe ich mich immer am meisten gefreut, da bei ihnen auch am meisten passiert ist.
Leider hat man in diesem Teil der Reihe so gut wie nichts über Joffrey erfahren,was ich etwas schade fand. Nicht, dass ich ihn mögen würde, aber langweilig wird es mit ihm gewiss nicht.

Generell habe ich irgendwie das Gefühl, dass in diesem Buch nicht wirklich viel passiert ist. Aber vielleicht habe ich auch einfach einen schlechten Zeitpunkt erwischt, es zu lesen, da ich ziemliche Schwierigkeiten hatte mich zu konzentrieren.


Fazit:

Wer den 1. und 2. Teil von "Das Lied von Eis und Feuer" gut fand, der wird auch den 3. Teil mögen. Zwar stehen die Intrigen etwas mehr im Vordergrund, doch die ein oder andere Schlacht sorgt auch hier für genügend Spannung.